MONTAGSLESUNGEN für die Eröffnung eines Bürgerhauses / Quartierszentrums mit städtischer Medienausleihe

Foto: Achim Gerling
Foto: Achim Gehring

411. Montagslesung am 10. Mai 2021: Ingrid Vogel und Joachim Raff lesen aus dem Programmheft von Lutz Görner zum 50. Jahrestag der BÜCHERVERBRENNUNG am 10. Mai 1933 lesen: „Wo man Bücher verbrennt, da verbrennt man am Ende auch Menschen… (Heine)” mit musikalischer Untermalung von Joachim Raff      

Bei der kommenden Montagslesung am 10. Mai 2021 von 18.30 Uhr bis 19.00 Uhr lesen Ingrid Vogel und Joachim Raff aus dem Programmheft von Lutz Görner zum 50. Jahrestag der BÜCHERVERBRENNUNG am 10. Mai 1933 lesen: „Wo man Bücher verbrennt, da verbrennt man am Ende auch Menschen… (Heine)” mit musikalischer Untermalung von Joachim Raff vor dem Büchereigebäude, Am Marktplatz 5 in Krefeld-Uerdingen, für die Eröffnung eines Quartierszentrums / Bürgerhauses mit städtischer Medienausleihe.

Die Anmeldung einer versammlungsrechtlichen Veranstaltung der Krefelder Polizei liegt vor. Der Mindestabstand von 1,5 m ist einzuhalten. Desinfektionsmittel und Mund-Nasen-Bedeckungen werden in ausreichender Menge vorhanden sein.

Lutz Görner: Seine Karriere beginnt früh. Mit achtzehn Jahren debütiert der 1945 in Zwickau geborene Görner als Statist und Tänzer am Aachener Staatstheater, nimmt an der Deutschen Meisterschaft im Fünfkampf teil und beginnt ein Studium der Theaterwissenschaften und Germanistik, das er später abbricht. Ein lebemännisches Intermezzo folgt, in dessen Verlauf Görner „Shit raucht“, Pakete ausliefert und auf dem Kudamm in Berlin selbstgemachte Kerzen und Gürtel verkauft. Eine zufällige Begegnung mit einem alten Bekannten verschafft ihm bald darauf ein Engagement in Köln, an das sich 1975 an einem Jugendtheater in München das erste eigene Programm anschließt, das auf Leben und Werk Heinrich Heines basiert. Die Rezensenten sind begeistert, Görner ist es auch. Mitten in der Spielzeit kündigt er und tritt fortan als Rezitator auf. Bald legt er in seinem alten Lada 120.000 Kilometer im Jahr zurück, von Auftritt zu Auftritt, zwischen München und Hamburg. Auf seinen Reisen hat Görner ein klares Nord-Süd-Gefälle erkannt. Während in Nordrhein-Westfalen reges Interesse an der Kunst herrsche, könne man in Bayern und Baden-Württemberg wenig mit ihr anfangen. Und die Grünen hätten mit Kultur überhaupt nichts am Hut. Als einzige Partei hätten sie ihn noch nie eingeladen. Dabei war Görner von 1993 bis 2007 mit „Lyrik für alle“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen. Als jedoch ein neuer Intendant Änderungen am Konzept und eine zweite Kamera für Schnitte und Perspektivwechsel gefordert habe, sagt Görner, habe er die Sendung lieber absetzen lassen. „Gedichte vortragen geht nur mit einer Kamera.“ Basta. Görner ist eine Art extrovertierter Introvertierter, der sich seinem Publikum in bunten Hosen und Seidenhemd gelegentlich ein wenig arrogant, aber immer ungewöhnlich offen präsentiert. Trotzdem drückt er sich auch abseits der Bühne oft lieber mit den Worten der Dichter aus, in deren Welt er von seinem Weimarer Arbeitszimmer aus stundenlang verschwinden kann. Daran, selbst zu dichten, hat er nach ein paar halbherzigen Versuchen als Jugendlicher nie ernsthaft gedacht. „Das überlasse ich denen, die es können.“ Quelle

„Wo man Bücher verbrennt, da verbrennt man am Ende auch Menschen …” (Heine) : Gedichte, Geschichten, Aufsätze, Aufrufe, Texte, Lieder, Daten und kurze Lebensabrisse von 57 Autoren von Bertolt Brecht bis Arnold Zweig / hrsg. von Lutz Görner zum 50. Jahrestag d. Bücherverbrennung am 10. Mai 1933. Kommentare und auch Schriftverkehr zwischen Autor*innen und Behörden, zum Beispiel Erich Mühsam oder Alfred Polgar, Thomas Mann, Masha Kaleko…

Seit der Schließung im Mai 2013 und trotz der Räumung der Uerdinger Bücherei finden bis auf die sechswöchige Corona-Unterbrechung nahezu 8 Jahre Montagslesungen an jedem Montag jeweils von 18.30 Uhr bis 19.00 Uhr vor der Uerdinger Bücherei, Am Marktplatz 5 in Krefeld-Uerdingen bei jeder Witterung statt. Der Arbeitskreis „Erhalt Bücherei Uerdingen“ setzt mit dieser Maßnahme seine Initiative für die Eröffnung eines Quartierszentrums / Bürgerhauses mit städtischer Medienausleihe fort. Zu den Lesungen kommen zwischen 15 und fast 70 Personen. Jede Lesung beginnt mit dem gemeinsamen Singen einer Strophe des Liedes „Die Gedanken sind frei“ und endet mit den drei umgedichteten Strophen auf die Uerdinger Bücherei. Außer den Vorlesenden zu lauschen, werden aktuelle Informationen ausgetauscht. Wie jede Woche sind alle Interessierten auch zur kommenden Montagslesung herzlich eingeladen!

Interessierte Vorleser*innen können sich gerne unter Angabe des Buches melden bei: Sabine Alofs, Tel.: 48 18 55 oder unter montagslesung-Uerdingen@gmx.de. Ohne Gebühren zu entrichten, dürfen alle Texte vorgelesen werden, die älter als 80 Jahre sind, sicherheitshalber Texte von Autoren/innen, die bereits 80 Jahre verstorben sind.