MONTAGSLESUNGEN für die Eröffnung eines Bürgerhauses / Quartierszentrums mit städtischer Medienausleihe

Foto: Achim Gerling
Foto: Achim Gehring

355. Montagslesung am  2. März 2020: Burkhard Frohnert liest humoristische Gedichte von E. Lear, W. Busch, C. Morgenstern, J. Ringelnatz, H. Erhardt, F.W. Bernstein, R. Gernhardt, G. Benn und R.M. Rilke

Bei der kommenden Montagslesung am  2. März 2020 liest Burkhard Frohnert humoristische Gedichte von E. Lear, W. Busch, C. Morgenstern, J. Ringelnatz, H. Erhardt, F.W. Bernstein, R. Gernhardt, G. Benn und R.M. Rilke vor dem Büchereigebäude, Am Marktplatz 5 in Krefeld-Uerdingen, für die Eröffnung eines Quartierszentrums / Bürgerhauses mit städtischer Medienausleihe.

Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern, geboren 1871 in München, im Alter von sechzehn Jahren schrieb er das Trauerspiel Alexander von Bulgarien und Mineralogia popularis, eine Beschreibung von Mineralien. Beide Texte sind heute nicht mehr erhalten. Zudem entwarf er eine Faustdichtung und beschäftigte sich mit Arthur Schopenhauer. Sein Studium war mehrmals durch Kuraufenthalte unterbrochen, bedingt durch die Tuberkulose, die er zeitlebens mit sich trug.Im Frühjahr 1895 erschien das erste Buch Morgensterns, der Gedichtzyklus In Phanta’s Schloß, 1903 seine Galgenlieder. 1909 begegnete er Rudolf Steiner bei Vorträgen in Berlin, mit dem ihn fortan eine enge Freundschaft verband. Im Mai trat er einen Monat nach Margareta der von Steiner geführten Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft bei. Bei der folgenden Spaltung dieser Organisation, 1912/1913, blieb er auf Seiten Steiners und wurde Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Morgenstern, der am 31. März 1914 verstarb, wurde wenige Tage später eingeäschert. Die Urne bewahrte Rudolf Steiner auf, bis sie im neuen Goetheanum aufgestellt wurde, Quelle.

Rainer Maria Rilke wurde am 4. Dezember 1875 in Prag geboren. Nach dem Abbruch der Militärschule studierte er Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie in Prag, München und Berlin und schrieb Gedichte. Nach einer Liaison mit der verheirateten Lou Andreas-Salomé und heiratete er 1901 Clara Westhoff, die Scheidung folgte schon im folgenden Jahr. Aus Geldnot nahm Rilke Auftragsarbeiten an und reiste 1902 nach Paris, wo das Gedicht Der Panther entstand. Rilke unternahm Reisen nach Nordafrika, Ägypten und Spanien. Rilkes Tagebuchroman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge wurde 1910 veröffentlicht. 1919 siedelte er in die Schweiz über. In den 1920er Jahren erkrankte er an Leukämie und verstarb schließlich am 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux in der Schweiz. Rainer Maria Rilke ist einer der bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache. Seit dem Jahr 1900 ist er Autor des Insel Verlages, sein Werk wird hier geschlossen betreut, Quelle .

Wilhelm Busch lebte von 1832 bis 1908. Der deutsche Dichter und Zeichner war ein Meister der knappen satirischen Verserzählung, die er mit Bilderfolgen verband – und somit den heutigen Comic vorwegnahm. Er verspottete mit Vorliebe und viel Humor das kleinbürgerliche Spießertum. Am bekanntesten ist seine „Bubengeschichte in sieben Streichen“ von Max und Moritz, die 1865 erstmals erschien, Quelle.

Gottfried Benn, 1886 2. Mai in Mansfeld geboren. 1905-1910 Medizinstudium in der Kaiser-Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen in Berlin. Approbation. 1912 Veröffentlichung des ersten Gedichtheftes als Lyrisches Flugblatt: Morgue und andere Gedichte. … 1922 Die Gesammelten Schriften erscheinen im Erich Reiss Verlag in Berlin. 1932 Benn wird Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, Abteilung Dichtung. 1933-1934 Vorübergehend im Bannkreis der nationalsozialistischen Ideologie. 1935 Benn verläßt Berlin und läßt sich als Oberstabsarzt in Hannover reaktivieren. Es erscheinen die Ausgewählten Gedichte, Benns letzte Publikation in der Nazizeit. Schwere Angriffe gegen Benn in »Das Schwarze Korps« und im »Völkischen Beobachter«. …  Ausschluß aus der Reichsschrifttumskammer und Schreibverbot. 1943 als Oberarzt nach Landsberg a.d. Warthe. 1945 Rückkehr nach Berlin. 1946-1948 Praxiseröffnung. Veröffentlichungsschwierigkeiten. 1951 Verleihung des Büchner-Preises in Darmstadt durch die Akademie für Sprache und Dichtung. 1953 Benn gibt die ärztliche Praxis auf. 1956 7. Juli. Tod Gottfried Benns in Berlin, Quelle.

Joachim Ringelnatz (eigtl. Hans Bötticher), 1883 in Wurzen geboren, bereiste als Seemann nach seinem Rausschmiss aus dem Gymnasium 22 Länder. 1909 entdeckte er in München das Künstlerlokal Simplicissimus und der „Simpl“ ihn: Er wurde zum Hausdichter und begann Songs in der Tradition Villons, Groteskgedichte und zarteste Balladen zu veröffentlichen. Nach dem Ersten Weltkrieg trug der Leutnant a. D. als Kabarettist seine Gedichte in ganz Deutschland vor. 1933 erhielt Ringelnatz Auftrittsverbot, er verarmte und starb im Jahr darauf an einer Lungenkrankheit, Quelle.

Robert Gernhardt (1937–2006) lebte als Dichter und Schriftsteller, Maler und Zeichner in Frankfurt am Main und in der Toskana. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Heinrich-Heine-Preis und den Wilhelm-Busch-Preis. Sein umfangreiches Werk erscheint bei S. Fischer, zuletzt „Toscana mia“ (2011), „Hinter der Kurve“ (2012) und „Der kleine Gernhardt“ (2017). Quelle.

F.W. Bernstein, 1938 als Fritz Weigle in Göppingen geboren, trat gemeinsam mit seinem Studienfreund Robert Gernhardt 1964 in die Redaktion von „pardon“ ein und war Redakteur der Zeitschrift „Titanic“ .Von 1984 bis 1999 lehrte er als erster Professor für Karikatur und Bildgeschichte an der HdK Berlin. Er ist als Zeichner, Cartoonist und Illustrator ebenso produktiv wie als Dichter und Schriftsteller. Mit Robert Gernhardt und F.K. Waechter gilt er als Mitbegründer der „Neuen Frankfurter Schule“. Quelle.

Heinz Erhardt, geboren 1909 in Riga, gestorben 1979 in Hamburg, war Schauspieler, Kabarettist, Schriftsteller, Komponist, Komiker und ein Fernsehliebling. Für seine Anhänger ist Heinz Erhardt unsterblich geworden, Quelle.

Edward Lear war ein britischer Maler, Illustrator und Schriftsteller. Zusammen mit Lewis Carroll gilt er als einer der großen Meister der viktorianischen Nonsens-Literatur. Edward Lear war das zwanzigste Kind des Londoner Wertpapierhändlers Jeremiah Lear und seiner Frau Ann. Um Geld zu verdienen, versuchte er sich als Illustrator. Im Juni 1830 begann er seine Arbeit an „Illustrations of the Family of Psittacidæ”, die im November veröffentlicht wurden und seinen Ruf als ornithologischen Zeichner begründeten. In den folgenden Jahren reiste Lear durch Europa und fertigte viele weitere Zeichnungen an. 1846 veröffentlichte Lear unter dem Pseudonym Derry Down Derry sein bekanntestes Werk, „A Book of Nonsense”. Im selben Jahr gab er Königin Victoria Zeichenunterricht. Von 1855 bis 1864 lebte Lear abgesehen von kurzen Unterbrechungen auf der griechischen Insel Korfu. Lear versuchte sich in der Ölmalerei, allerdings fanden seine Landschaftsbilder keinen großen Beifall. Zwei Jahre später folgte sein erstes Nonsens-Lied, „The Owl and the Pussycat”. Lear starb 1888 auf einer Italienreise in Sanremo,  Quelle.

Seit der Schließung und trotz der Räumung der Uerdinger Bücherei finden die Montagslesungen an jedem Montag seit Mai 2013 jeweils von 18.30 Uhr bis 19.00 Uhr vor der Uerdinger Bücherei, Am Marktplatz 5 in Krefeld-Uerdingen bei jeder Witterung statt. Der Arbeitskreis „Erhalt Bücherei Uerdingen“ setzt mit dieser Maßnahme seine Initiative für die Eröffnung eines Quartierszentrums / Bürgerhauses mit städtischer Medienausleihe fort. Zu den Lesungen kommen zwischen 15 und fast 70 Personen. Jede Lesung beginnt mit dem gemeinsamen Singen einer Strophe des Liedes „Die Gedanken sind frei“ und endet mit den drei umgedichteten Strophen auf die Uerdinger Bücherei. Außer den Vorlesenden zu lauschen, werden aktuelle Informationen ausgetauscht. Wie jede Woche sind alle Interessierten auch zur kommenden Montagslesung herzlich eingeladen!

Interessierte Vorleser*innen können sich gerne unter Angabe des Buches melden bei: Sabine Alofs, Tel.: 48 18 55 oder unter montagslesung-Uerdingen(at)gmx.de. Ohne Gebühren zu entrichten, dürfen alle Texte vorgelesen werden, die älter als 80 Jahre sind, sicherheitshalber Texte von Autorinnen bzw. Autoren, die bereits 80 Jahre verstorben sind.